Kreuzgestaltung im Saal und Objekt „miteinander“

Betrachtung des Künstlers Martin Knöferl

Kreuzgestaltung im Saal
Das Kreuz geht auf die ursprüngliche Form der Kreuzgestalt im Christentum zurück. Um 100 n. Chr. beobachtete der Theologe Irenäus den Sonnenauf- und untergang und sah darin, dass Christus in unsere Welt kommt und uns aus dieser Welt mit dem Himmel, mit Gott in Verbindung bringen möchte. Wenn man die Horizontlinie und die Sonnenuntergangslinie mit den Händen nachzeichnet, entsteht das gleichschenkelige Kreuz, ein Segenszeichen: Christus kommt in unsere Welt, er holt uns heim zu Gott.
Um das Jahr 300 wurde dieses Segenszeichen mit dem Kreuz Jesu in Verbindung gebracht, behielt jedoch die Form bei. Es wurde als Siegeszeichen über den Tod mit Gold und Edelsteinen gestaltet. In der Zeit der Romanik musste der untere Kreuzbalken verlängert werden, um eine Christusfigur, die als Sieger über den Tod gestaltet war, anbringen zu können, In der Gotik wurde das Leiden und der Tod Jesu in den Vordergrund gestellt.
Das Kreuz besteht aus Holz, das der Vergänglichkeit unterworfen ist. Das Material und der Tod Jesu am Kreuz konfrontieren Menschen mit Schmerz, Leid und Tod.
Für Christen ist das Kreuz zu einem Hoffnungszeichen geworden, es drückt aus, dass Christus den Tod im Ostergeschehen besiegt hat und auferstanden ist.
Diesen Aspekt bestärkt die Sonnengestaltung aus Glas. Glas, entsteht in einem Läuterungsprozess aus Sand, der durch das Feuer geht. Es erstrahlt im Licht und lässt eine andere Wirklichkeit aufleuchten.
Objekt „miteinander“

Im Matthäusevangelium wird der Mann gelobt, der sein Haus nicht auf Sand, sondern auf festen Grund gebaut hat. Der Grundstein erinnert diesen festen Grund PuTTY quit command , der nicht nur in der Bodenbeschaffenheit, sondern vor allem auch im gemeinsamen Willen und im gemeinsamen Engagement zu sehen ist.
Vor allem das Zusammenwirken von kirchlicher und kommunaler Gemeinde und der Menschen, die hier leben und sich einbringen, wurde dieses Werk möglich. Die beiden Glassäulen möchten das andeuten. Im oberen Teil des Objektes sind die Farben des Regenbogens eingebracht, in diesen Farben lässt sich das ganz menschliche Leben buchstabieren: die Freude, der Schmerz, die Hoffnung, das Vertrauen, die Liebe….
Kein Mensch kann für sich allein leben: Geteiltes Leid ist halbes Leid, geteilte Freude ist doppelte Freude, sagt ein Sprichwort. Dieses Gemeindehaus bietet viele gute Möglichkeiten,
das „miteinander“ zu leben, das das Messingschild mit der vergoldeten Schrift in der Mitte des Objektes erinnern möchte.